Randwertprobleme/Methoden zur Lösung von Randwertproblemen/Finite Elemente Methode/FEM: Trial-Functions für lineare Ansatz-Polynome: Unterschied zwischen den Versionen
(11 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt)
Zeile 9:
Zeile 9:
[[Datei:FEM-lineareTrialFcts-Stabmodell.png|100px|left|mini|Stabmodell im Erdschwerefeld.]]
[[Datei:FEM-lineareTrialFcts-Stabmodell.png|100px|left|mini|Stabmodell im Erdschwerefeld.]]
Ein dehnbarer Stab ist an der "Decke" im Erd-Schwerefeld aufgehängt. Der Stab hat die Dehnsteifigkeit EA, die Dichte ρ und die Gesmtlänge l.
Ein dehnbarer Stab ist an der "Decke" im Erd-Schwerefeld aufgehängt. Der Stab hat die Dehnsteifigkeit EA, die Dichte ρ und die Gesamtlänge <nowiki>''</nowiki>ℓ<nowiki>''</nowiki>.
Gesucht ist eine Approximation der Auslenkung u(x).
Gesucht ist eine Approximation der Auslenkung <nowiki>''u(x)''</nowiki>.<br clear="all"/>
<br clear="all"/>
== Arbeitsschritte ==
Die Einführung der Trial-Funktionen der Finiten Elemente ist hier schematisch aufgezeichnet:
<td colspan="5">[[Datei:FEM-linearTrialFcts-introduction.png|600px|mini|Einführung der Trial-Functions]]</td>
<td colspan="5">[[Datei:FEM-linearTrialFcts-introduction.png|600px|mini|Einführung der Trial-Functions]]</td>
</table>
</table>
Dies sind die Arbeitsschritte zur Umsetzung:
<ul>
<li>'''A→B Diskretisierung:''' Wir teilen die Struktur in ''N=6'' Stücke ( = Finite Elemente ) gleicher Länge ''ℓ''<sub>E</sub>''=ℓ/N''. An jedem Ende eines Finiten Elements entsteht ein Knoten, die nummerieren wir durch von 0 ...6.
</li>
<li>
'''B→C Trial-Funktion je Element:'''Je Element wählen wir eine Geradenfunktion (ein Polynom 1sten Grades) als Trial-Funktion
::<math>\bar{u}_i(x) = \left\{\begin{array}{l}a_{i,1}\cdot x + a_{i,0} \text{ im Element } i\\0 \text{ sonst}\end{array}\right.</math>
haben, mit den {''a<sub>i,1</sub>, a<sub>i,0</sub>''} als gesuchte Wichtungsfaktoren. Hinzu kommen die Übergangsbedingungen: an ''N''-1 Knoten müssen wir für die Geradengleichungen fordern, dass sie stetig aneinander anschließen, also
'''C→D Anpassen der Trial-Funktion an Übergangsbedingungen:''' Die ''2N'' Koeffizienten ''a<sub>i,1</sub>, a<sub>i,0</sub>'' können wir nicht anschaulich interpretieren - und das ist bei komplexen Zusammenhängen wie hier immer ein Nachteil. Das ändert sich, wenn wir eine Koordinatentransformation auf eine lokale Element-Koordinate ''ξ<sub>i</sub>'' durchführen:
:: <math>\bar{u}_i(\xi) = b_{i,1}\cdot\xi_i + b_{i,1} \text{ mit } x = x_i + \ell_E\cdot \xi_i, \;\;x_i = (i-1) \cdot \ell_E</math>.
''ξ''<sub>i</sub> ist nun die lokale, dimensionslose Ortskoordinate im Element. Für die Geradenfunktion müssen wir nun noch sicherstellen, dass die Übergangsbedingungen zwischen den Elementen erfüllt sind, also
[[Datei:FEM-linearTrialFcts-Überlagerung.png|150px|mini|Überlagerung der Trial-Functions.]]
Das heißt: neben den Gleichgewichtsbedingungen müssen wir nun auch N-1 algebraische Nebenbedingungen zwischen den ''b<sub>i,1</sub>'', ''b<sub>i,0</sub>'' erfüllen, damit an den Knoten die geometrischen Übergangsbedingungen erfüllt sind (damit zwischen den Elementen im Verschiebungszustand keine Lücke klafft). Das ist extrem aufwändig wenn Sie bedenken, dass FE-Programme Millionen von Freiheitsgraden = Koordinaten haben können. Also ist das so nicht gewollt. Elegant wird es, wenn wir statt der ''b<sub>ij</sub>'' die Knoten-Verschiebungen als Koordinaten nutzen: ''ξ''<sub>i</sub> = 0: der obere Rand und ''ξ''<sub>i</sub> = 1: der untere Rand also
mit den ''N+1'' Koordinaten der Knoten-Verschiebungen ''U<sub>n</sub>'' als gesuchten Größen.
</li>
<li>
'''D→E Einführung der Trial-Funktionen:''' Jetzt fehlt nur noch eine Kleinigkeit: wir sortieren die Gleichung für die Element-Verschiebung nach den Knoten-Variablen um und erhalten
so dass wir uns den Verschiebungsverlauf nun als Linearkombination der Funktionen ''ϕ<sub>1</sub>'' und ''ϕ<sub>2</sub>'' denken können. Das zeigt das folgende Bild:
[[Datei:FEM-linearTrialFcts-Überlagerung.png|250px|mini|Überlagerung der Trial-Functions.|alternativtext=|ohne]]Die resultierenden Form-Funktionen der Koordinaten ''U<sub>n</sub>'' der Verschiebung sind in '''E''' aufgetragen.
</li>
</ul>
<table class="wikitable">
<table class="wikitable">
Zeile 37:
Zeile 87:
<td style="width:20%; vertical-align:bottom"">[[Datei:FEM-linearTrialFcts-STEP-E.png|frameless|106px|mini|Stabmodell im Erdschwerefeld.]]</td>
<td style="width:20%; vertical-align:bottom"">[[Datei:FEM-linearTrialFcts-STEP-E.png|frameless|106px|mini|Stabmodell im Erdschwerefeld.]]</td>
</table>
</table>
Numerische Ergebnisse finden Sie in Aufgabe [[Gelöste_Aufgaben/FEAD|FEAD]].
==Die virtuelle Formänderungs-Energie je Dehnstab-Element für lineare Ansatz-Polynome==
Die gesamte Formänderungsenergie setzen wir jetzt aus aus den Formänderungsenergien je Element zusammen, also
Die Einführung der Trial-Funktionen der Finiten Elemente ist hier schematisch aufgezeichnet:
STEP A
B
C
D
E
Einführung der Trial-Functions
Dies sind die Arbeitsschritte zur Umsetzung:
A→B Diskretisierung: Wir teilen die Struktur in N=6 Stücke ( = Finite Elemente ) gleicher Länge ℓE=ℓ/N. An jedem Ende eines Finiten Elements entsteht ein Knoten, die nummerieren wir durch von 0 ...6.
B→C Trial-Funktion je Element:Je Element wählen wir eine Geradenfunktion (ein Polynom 1sten Grades) als Trial-Funktion
so dass wir als Approximation nun
haben, mit den {ai,1, ai,0} als gesuchte Wichtungsfaktoren. Hinzu kommen die Übergangsbedingungen: an N-1 Knoten müssen wir für die Geradengleichungen fordern, dass sie stetig aneinander anschließen, also
C→D Anpassen der Trial-Funktion an Übergangsbedingungen: Die 2N Koeffizienten ai,1, ai,0 können wir nicht anschaulich interpretieren - und das ist bei komplexen Zusammenhängen wie hier immer ein Nachteil. Das ändert sich, wenn wir eine Koordinatentransformation auf eine lokale Element-Koordinate ξi durchführen:
.
ξi ist nun die lokale, dimensionslose Ortskoordinate im Element. Für die Geradenfunktion müssen wir nun noch sicherstellen, dass die Übergangsbedingungen zwischen den Elementen erfüllt sind, also
Das heißt: neben den Gleichgewichtsbedingungen müssen wir nun auch N-1 algebraische Nebenbedingungen zwischen den bi,1, bi,0 erfüllen, damit an den Knoten die geometrischen Übergangsbedingungen erfüllt sind (damit zwischen den Elementen im Verschiebungszustand keine Lücke klafft). Das ist extrem aufwändig wenn Sie bedenken, dass FE-Programme Millionen von Freiheitsgraden = Koordinaten haben können. Also ist das so nicht gewollt. Elegant wird es, wenn wir statt der bij die Knoten-Verschiebungen als Koordinaten nutzen: ξi = 0: der obere Rand und ξi = 1: der untere Rand also
Denn nun erhalten wir
mit den N+1 Koordinaten der Knoten-Verschiebungen Un als gesuchten Größen.
D→E Einführung der Trial-Funktionen: Jetzt fehlt nur noch eine Kleinigkeit: wir sortieren die Gleichung für die Element-Verschiebung nach den Knoten-Variablen um und erhalten
so dass wir uns den Verschiebungsverlauf nun als Linearkombination der Funktionen ϕ1 und ϕ2 denken können. Das zeigt das folgende Bild:
Überlagerung der Trial-Functions.Die resultierenden Form-Funktionen der Koordinaten Un der Verschiebung sind in E aufgetragen.
STEP A: Lageplan des Systems
Step B: Diskretisierung in Elemente und Knoten
Step C: Lineare Trial-Funktion im Element 4
Step D: Alle Trial-Funktionen auf einen Blick
Step E: Beitrag der einzelnen Knoten und Ihrer Form-Funktionen.
Cookies helfen uns bei der Bereitstellung von numpedia. Durch die Nutzung von numpedia erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies speichern.